August 1951: Antwort auf die Frage: "Furcht vor dem Kommunismus?" - Richtungweisende Erklärung des Bundeskanzlers

Von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer

Wer Furcht vor dem Kommunismus empfindet, ist bereits der kommunistischen Propaganda erlegen. Diese zielt bewusst darauf ab, die Menschen in einen Zustand ewiger Angst zu versetzen, um so deren geistige und physische Widerstandskraft zu lähmen. Vor allem bedient sich der Kommunismus hierbei der Verbreitung von Behauptungen, die seine angebliche Unbesiegbarkeit beweisen sollen. Der damit verfolgte Zweck ist offensichtlich: möglichst viele Menschen sollen dahin gebracht werden, dass sie schließlich selbst glauben, gegen den Kommunismus sei kein Kraut gewachsen. Auf diese Weise will Moskau diejenigen Völker, die heute noch in Freiheit leben, "sturmreif" machen. Wer jedoch sich selbst aufgibt, ist bereits verloren. Wer dagegen diesen Satz beherzigt und seinen kühlen Sinn bewahrt, der hilft mit, die kommunistische Spekulation zunichte zu machen. Furcht verbreitet immer das Gefühl der Ohnmacht, das zum Untergange führt. Unerschrockenheit hingegen schmiedet die geistigen Waffen, die jeder Drohung Herr werden!

gez. Dr. Adenauer

Quelle: Katholischer Lesebogen. Jg. 5. 1951, Nr. 8 (August).